Wie KI und internationale Mobilität die Personalbeschaffung im Tech-Bereich neu gestalten – Ein Gespräch mit Luca Berton

Luca Berton – La Relocation

Die Welt der Personalvermittlung im Technologiebereich hat sich in den letzten Jahren grundlegend verändert. Unternehmen stellen Mitarbeiter nicht mehr nur aufgrund ihrer technischen Fachkenntnisse ein; sie suchen nach Fachkräften, die sich in zunehmend internationalen und KI-gesteuerten Umgebungen anpassen, zusammenarbeiten und weiterentwickeln können.

In einer aktuellen Folge des Podcasts Expat “ der La Relocation unterhielt sich Vera Allievi mit Luca Berton, Leiter des Bereichs Technologie & Digital bei Chaberton Professionals, um zu erörtern, wie künstliche Intelligenz, globale Mobilität und sich wandelnde Erwartungen der Bewerber die Personalbeschaffungslandschaft in ganz Europa verändern.

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Hauptinhalt dieser Podcast-Folge

Die Entwicklung der Personalbeschaffung im Technologiebereich

Laut Luca Berton war einer der größten Wandel im Bereich der Personalbeschaffung der Übergang von einer auf Qualifikationen basierenden Einstellung zu einem stärker auf Kompetenzen ausgerichteten Ansatz.

Vor einigen Jahren legten Unternehmen großen Wert darauf, Bewerber mit Fachkenntnissen in ganz bestimmten Technologien zu finden. Heute sind jedoch Anpassungsfähigkeit und Lernagilität genauso wichtig wie technische Fähigkeiten.

Angesichts des Vormarsches von KI und Automatisierung suchen Unternehmen zunehmend nach Fachkräften, die:

  • sich schnell an neue Technologien anpassen
  • in datengesteuerten Umgebungen effektiv arbeiten
  • mit KI-gestützten Tools zusammenarbeiten
  • komplexe Probleme kreativ lösen
  • Innovation in internationalen Teams vorantreiben

Diese Entwicklung hat auch den Wettbewerb weltweit verschärft. Technische Fachkräfte sind nicht mehr an geografische Grenzen gebunden, und Unternehmen konkurrieren nun international um die besten Kandidaten.


Warum sich IT-Fachkräfte für internationale Karrieremöglichkeiten entscheiden

Einer der interessantesten Punkte, die im Gespräch zur Sprache kamen, war die Frage, wie sich die Prioritäten der Bewerber verändert haben.

Das Gehalt spielt zwar nach wie vor eine wichtige Rolle, ist aber nicht mehr der entscheidende Faktor bei internationalen Karriereentscheidungen. Luca erklärt, dass Bewerber heute folgenden Aspekten mehr Bedeutung beimessen:

  • Karrierebeschleunigung
  • Flexibilität und hybrides Arbeiten
  • Autonomie
  • langfristige Lebensqualität
  • sinnvolle berufliche Projekte

Für viele Berufstätige hängen Entscheidungen über einen Umzug eng mit dem persönlichen und familiären Wohlbefinden zusammen. Aspekte wie das Schulsystem, die beruflichen Perspektiven des Partners, die Gesundheitsversorgung und die Integration in die Gemeinschaft beeinflussen die endgültige Entscheidung oft ebenso stark wie die Stelle selbst.

Dies spiegelt einen allgemeinen Wandel in der internationalen Mobilität wider: Ein Umzug wird nicht mehr nur als logistischer Vorgang betrachtet, sondern als umfassender Lebenswandel.


Umzug als Teil der Strategie zur Gewinnung von Fachkräften im Technologiebereich

In dieser Folge betont Luca, dass die Unterstützung bei der Umsiedlung nicht als administrative Nebensache betrachtet werden sollte.

Unternehmen, denen es gelingt, internationale Fachkräfte zu gewinnen und zu halten, sind oft diejenigen, die in das gesamte Umzugserlebnis investieren.

Eine wirksame Unterstützung beim Umzug kann Folgendes umfassen:

  • Wohnungsbeihilfe
  • Schulberatung für Familien
  • Einwanderung und administrative Unterstützung
  • Integration in die örtliche Gemeinschaft
  • klare Kommunikation während des gesamten Prozesses
  • spezielle Ansprechpartner für Mitarbeiter und ihre Familien

Wenn Unternehmen einen Umzug strategisch angehen, integrieren sich die Mitarbeiter in der Regel schneller, arbeiten leistungsfähiger und bleiben länger im Unternehmen.

Aus Sicht der La Relocation kann dieser menschenorientierte Ansatz sowohl die Mitarbeiterzufriedenheit als auch die langfristige Mitarbeiterbindung erheblich verbessern.


Die personellen Herausforderungen bei der internationalen Personalbeschaffung

Über die logistischen Aspekte hinaus bringt die internationale Personalbeschaffung auch kulturelle und organisatorische Herausforderungen mit sich.

Luca weist darauf hin, dass die Abstimmung oft die größte Herausforderung für Unternehmen darstellt. Internationale Tech-Fachkräfte sind häufig an agile und temporeiche Arbeitskulturen gewöhnt, während manche Unternehmen nach wie vor mit langsameren oder eher traditionellen Entscheidungsprozessen arbeiten.

Dies kann zu Reibungsverlusten beim Onboarding und bei der Integration führen.

Eine weitere zentrale Herausforderung ist das Employer Branding. Auf dem heutigen globalen Markt müssen Unternehmen ihre Vision, ihre Kultur und ihre langfristigen Perspektiven aktiv kommunizieren, um begehrte Fachkräfte im Digitalbereich für sich zu gewinnen.

Unternehmen müssen auch intern darauf vorbereitet sein. Eine internationale Personalpolitik funktioniert nur, wenn die Führungskräfte wirklich bereit sind, unterschiedliche Perspektiven und multikulturelle Zusammenarbeit anzunehmen.


Wie künstliche Intelligenz die Personalbeschaffung verändert

Künstliche Intelligenz beeinflusst mittlerweile nahezu jeden Schritt der Personalbeschaffung und des Talentmanagements.

Luca weist jedoch auf einen wichtigen Punkt hin: Auch wenn KI Prozesse verändert, bleiben menschliche Fähigkeiten unersetzlich.

In den kommenden Jahren werden Personalverantwortliche sich voraussichtlich auf folgende Aspekte konzentrieren:

  • KI-Reife
  • Anpassungsfähigkeit
  • Kommunikationsfähigkeiten
  • Einfühlungsvermögen
  • Führung
  • kollaboratives Denken

Technisches Fachwissen allein wird nicht ausreichen. Die Fähigkeit, mit KI-Tools zu arbeiten und dabei über ausgeprägte zwischenmenschliche Kompetenzen zu verfügen, wird zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Daraus ergibt sich ein faszinierendes Paradoxon: Je weiter sich die Technologie entwickelt, desto wichtiger werden zwischenmenschliche Beziehungen.


Die wachsende Bedeutung von Flexibilität und Remote-Arbeit

In dem Gespräch ging es auch um die Zukunft internationaler Einstellungsmodelle.

Grenzüberschreitende Telearbeit wird immer häufiger, wodurch Unternehmen weltweit auf Fachkräfte zugreifen können, ohne dass diese zwangsläufig ihren Wohnort wechseln müssen. In manchen Fällen wird ein Umzug eher zur Option als zur Pflicht.

Dennoch müssen Unternehmen auch in Umgebungen, in denen Remote-Arbeit im Vordergrund steht, weiterhin in die Mitarbeitererfahrung, Inklusion und kulturelle Integration investieren. Internationale Teams benötigen Struktur, Kommunikation und ein Zugehörigkeitsgefühl, um erfolgreich arbeiten zu können.

Das bedeutet, dass Personal- und Mobilitätsteams auch weiterhin eine entscheidende Rolle dabei spielen werden, Unternehmen dabei zu unterstützen, ihre dezentralen Belegschaften effektiv zu verwalten.


Zusammenfassend lässt sich sagen

Die Zukunft der Personalbeschaffung im Technologiebereich wird nicht mehr nur von technischen Fähigkeiten oder der Geschwindigkeit der Einstellung bestimmt. Sie wird zunehmend von Anpassungsfähigkeit, internationaler Mobilität, zwischenmenschlichen Beziehungen und der Fähigkeit geprägt, sich in einem Umfeld des ständigen Wandels zurechtzufinden.

Wie Luca Berton in dieser Folge erklärt, sind erfolgreiche Unternehmen diejenigen, die Innovation mit einem starken, auf den Menschen ausgerichteten Ansatz verbinden.

Künstliche Intelligenz mag zwar die Art und Weise verändern, wie Unternehmen Personal einstellen und arbeiten, doch langfristiger Erfolg hängt nach wie vor davon ab, dass man die Menschen versteht: ihre Motivationen, ihre Ambitionen und ihr Bedürfnis nach Zugehörigkeit.

In vielerlei Hinsicht überschneiden sich hier globale Mobilität und Personalbeschaffung am stärksten – indem Umgebungen geschaffen werden, in denen Talente sich beruflich und persönlich entfalten können.


Das Wichtigste in Kürze

  • Die Personalbeschaffung im Technologiebereich verlagert sich von der kompetenzbasierten Einstellung hin zur leistungsorientierten Einstellung
  • Anpassungsfähigkeit und die Bereitschaft zum Einsatz von KI werden zu unverzichtbaren beruflichen Qualitäten
  • Bewerber legen zunehmend Wert auf Flexibilität, berufliche Entwicklung und Lebensqualität
  • Umzugsunterstützung spielt eine wichtige Rolle bei der Gewinnung und Bindung von Talenten
  • Die internationale Personalbeschaffung erfordert eine starke kulturelle Übereinstimmung und ein starkes Arbeitgeberimage
  • Menschliche Fähigkeiten wie Empathie und Kommunikationsfähigkeit spielen an KI-gesteuerten Arbeitsplätzen nach wie vor eine entscheidende Rolle
  • Grenzüberschreitende Telearbeit gestaltet die Zukunft der globalen Personalbeschaffung neu

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